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Fischerei

Gut versteckter Fisch des Jahres - Das Bachneunauge

Es ist weder Fisch noch Wurm, hat keinen Knochen im Leib und stirbt nach der Hochzeitsnacht – trotzdem überlebte die Spezies sogar die Dinosaurier. Heute steht das Tier auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Schweiz. Das Bachneunauge wurde vom Schweizerischen Fischerei-Verband zum Fisch des Jahres 2017 ernannt.

Auch in St.Gallen selten 

Während der Dammsanierungsarbeiten am Linthkanal wurden im Jahr 2013 bei Abfischarbeiten überraschend grosse Bestände der zur Familie der Rundmäuler gehörenden Bachneunaugen entdeckt – damals eine kleine Sensation. Im Kanton St.Gallen waren bis dahin nämlich nur drei Vorkommen bekannt. Zwei Stellen im Hintergraben zwischen dem Benkner Hänggelgiessen und der Grynau, die dritte Stelle im Seezkanal östlich des Walensees. Seither fand der für das Gebiet zuständige Fischereiaufseher Kurt Keller in anderen Nebenbächen und -kanälen weitere, allerdings kleinere Bestände.

 

Mit dem Bachneunauge beim Mittagsgespräch

Christoph Birrer, Leiter der Abteilung Fischerei, wurde vom Naturmuseum zum Mittagsgespräch eingeladen. Museumsdirektor Toni Bürgin befragte ihn vor einem kleinen interessierten Publikum, was denn den Fisch des Jahres so besonders mache. Man erfuhr, dass das Bachneunauge eigentlich kein Fisch sei, sondern zu der urtümlichen Familie der Rundmäuler gehöre. Auch habe es nicht neun sondern nur zwei Augen. Trotzdem sei es als Botschafter für die empfindlichen und vielerorts gefährdeten Gewässerlebensräume sehr gut geeignet, waren sich Birrer und Bürgin einig. Förder- und Schutzmassnahmen für das Bachneunauge wirkten sich auch positiv aus für die unzähligen Kleinstlebewesen, die ebenfalls verborgen in den Bachsohlen ihre Heimat haben. 

 

Christoph Birrer beim Mittagsgespräch im Naturmuseum

 

Christoph Birrer beim Mittagsgespräch im Naturmuseum

 

Christoph Birrer beim Mittagsgespräch im Naturmuseum