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Artenschutz

Bild vergrössern: Rote Liste der Fische und Neunaugen der Schweiz

Rote Liste der Fische und Neunaugen

Von ursprünglich 52 Fischarten in der Schweiz gelten mittlerweile 7 als ausgestorben.

 

Bei den ausgestorbenen Arten handelt es sich ausnahmslos um Wanderfische, deren Wanderrouten unterbrochen worden sind. Das bekannteste Beispiel ist der Lachs, der früher bis in den Kanton St.Gallen aufgestiegen ist und sich auch im Gebiet Seez und Thur fortgepflanzt hat.

 

Im Kanton St.Gallen ist die Entwicklung der Fischfauna für den Alpenrhein besonders gut dokumentiert. Lebten im Alpenrheintal ursprünglich 30 Fischarten, so sind es heute nur noch deren 17. Dies erstaunt nicht, wenn man weiss, dass heute rund 70 Prozent der Gewässer im Rheintal stark beeinträchtigt sind.

 

Der Handlungsbedarf zur Aufwertung der Lebensräume und zur Förderung der Artenvielfalt ist dringend.

Gut versteckt und noch weit verbreitet

Groppe

Die Groppe ist Fisch des Jahres 2014

Der Schweizerische Fischerei-Verband wählte die Groppe zum Fisch des Jahres 2014. Damit kürte er eine noch weit verbreitete Fischart zur Botschafterin für natürliche Gewässerlebensräume. Durch ihre besondere Lebensart reagiert sie nämlich äusserst sensibel auf den Zustand der Bäche und Flüsse. Im Kanton St.Gallen kommt sie sehr häufig vor, weil erfreulich viele Gewässer noch unverbaut und natürlich geblieben sind.

Hüpfen statt schwimmen

Groppen haben eine für Fische sehr erstaunliche Eigenschaft: sie sind schlechte Schwimmer. Ihre Schwimmblasen sind degeneriert. Mit einer Art „Hüpfen“ bewegen sie sich dicht über dem Grund von Flüssen und Bächen fort. Dabei ist sie auf Deckung hinter Steinen oder Totholz angewiesen. Nur so kann sie sich vor Strömungen oder Fressfeinden schützen. Dank guter Tarnung ist die Groppe eine Meisterin im Verstecken.

Zwischen Boden-, Zürich- und Walensee

Am Bodenseeufer, besonders am Rietli bei Goldach oder am Haupthafen hält sie sich mit Vorliebe in den Zwischenräumen der Blocksteinschüttungen auf. Aber auch im offenen See ist sie ab einer Tiefe von zwei Metern oft anzutreffen. Hier lebt der acht bis zwölf Zentimeter lange Kleinfisch gerne zwischen den üppigen Wasserpflanzenbeständen. Weitere Hauptgewässer sind der Rheintaler Binnenkanal und Alter Rhein mit den Zuflüssen, der Werdenberger Binnenkanal mit Schluch, die Gewässer in der Saarebene sowie Alpenrhein und andere Bodenseezuflüsse wie Goldach oder Bollbach. Auch im südlichen Kantonsteil kommt die Groppe im ganzen Gewässersystem der Linthebene, vom Zürichsee und Walensee vor. Im Toggenburg besiedelt die Groppe die Gewässersysteme der beiden Hauptflüsse Thur und Necker.