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Geburtshelferkröte

Die Geburtshelferkröte - Tier des Jahres 2013

Zivildienstleistende bekämpfen Goldruten an der Thur.

Sie ist das Tier des Jahres 2013. Doch dieser Titel wurde der Geburtshelferkröte nicht wegen ihres Gesangstalents verliehen, sondern weil sie sehr selten geworden ist. Der charakteristische Ruf des "Glögglifrosches" ist auch im Kanton St.Gallen am verstummen.

 

Pro Natura hat die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) zum Tier des Jahres 2013 ernannt. Diese seltene Amphibienart ist auch im nördlichen Teil des Kantons St.Gallen heimisch. Aber wie in der ganzen Schweiz ist sie stark gefährdet. In den letzten 25 Jahren sind die Bestände regelrecht eingebrochen und auf etwa die Hälfte geschrumpft. Von ursprünglich 133 Fundorten in den Kantonen St.Gallen und Appenzell gibt es heute gerade noch 50 Vorkommen mit fortpflanzungsfähigen Populationen. Und von diesen weisen gerade noch drei Gruppen mehr als zehn Rufer auf.  Dies trotz einer umfangreichen Rettungsaktion, die in den Kantonen St.Gallen und Appenzell unter Federführung von Pro Natura vor gut zehn Jahren durchgeführt wurde.  Hauptsächliche Ursache für diesen drastischen Rückgang sind die Zerstörung von Laichgewässern, der Besatz mit Fischen und die Aufgabe von Unterhaltsarbeiten bei ehemaligen Feuerweihern.

Kinder bekommen ist Männersache

Die Geburtshelferkröte ist eine unscheinbare Art, die sich meist nur durch ihren einzigarten, glockenhellen Ruf bemerkbar macht, der im Chor an das Gebimmel von Schafglöckchen erinnert. Die Art wird in der Deutschschweiz deshalb oft „Glögglifrosch“ genannt. So fein der Ruf,

so zierlich das dazugehörende Krötchen: Es ist nur etwa 3.5 bis 5 Zentimeter gross. Umso grösser wirken die golden schimmernden Augen. Die Lebensweise der Geburtshelferkröte ist einmalig unter den einheimischen Amphibienarten. Als einzige paart sie sich an Land und legt ihre Eier nicht ins Wasser ab. Stattdessen wickelt sich das Männchen die besamten Eischnüre um die Fersengelenke und trägt sie drei bis sechs Wochen mit sich herum.

Dringend nötiger Kurswechsel

Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen unseres Landes. Sie brauchen lebendige Gewässer als Lebensraum. Doch landauf, landab wurden in der Vergangenheit Flüsse kanalisiert, Bäche eingedolt, Weiher und Tümpel trockengelegt, Feuchtgebiete drainiert. Besonders rar sind jene Gewässer geworden, die ab und zu austrocknen. Dabei sind gerade diese für seltene Amphibienarten unverzichtbar, weil in ihnen kaum Fressfeinde wie Fische oder Libellenlarven leben.  Der Gesetzgeber hat aber in den letzten Jahren viel getan, um hier einen Kurswechsel einzuleiten. Besonders hervorzuheben ist die neue Gewässerschutzverordnung, die von den Kantonen Programme und Aktionspläne zur Revitalisierung von Fliessgewässern verlangt.   

 


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